Der Grund, weshalb ich mich entschieden habe meine Dateien vom NAS (QNAP TS119) offline verfügbar zu machen, habe ich ja hier beschrieben. Die Idee war ganz einfach. Da Windows 7 Home Premium dieses „Feature“ nicht unterstützt, mal eben auf Ultimate upgraden und dann per Rechtsklick auf den gewünschten Ordner und über „immer offline verfügbar“ die Sache erledigen. Dummerweise war nach dem Upgrade auf Ultimate diese Funktion nicht im Kontextmenü vorhanden. Man muss das erst aktivieren. Entweder über Systemsteuerung, Synchronisierungscenter und dort dann Offlinedateien verwalten. Oder einfach im Startmenü „offl“ eintippen, dann kommt man schneller ran. 🙂

Hier im Bild ist es schon aktiviert. Man muss immer nach dem aktivieren oder deaktivieren den Rechner neu starten.

Also habe ich nach dem Aktivieren der Funktion losgelegt und den ersten Ordner offline verfügbar machen wollen.

Es öffnet sich ein Fenster und die Synchronisierung (anlegen einer lokalen Kopie) startet. Leider zeigt sich schon in dem Fenster, dass wohl etwas schief gelaufen ist: „Es ist mindestens ein Fehler aufgetreten. Weitere Details finden sie unten.“

Ein Blick in das Synchronisierungscenter offenbart dann diverse Fehler, wie Unerwarteter Netzwerkfehler, oder Der Prozess kann nicht auf die Datei zugreifen, da sie von einem anderen Prozess verwendet wird. Ich habe auch den Eindruck, dass die Synchronisation nicht abgeschlossen wurde. So nebenbei, wenn ich das ganze auf meinem Netbook per WLAN mache, treten noch mehr Fehler auf.

Google ist mein Freund und verrät mir dann, das dieses Problem mit dem auf dem NAS laufendem Sambaserver (Linux) zusammenhängt. Ich finde immer wieder die gleichen Lösungsansätze, wie z.B. hier. Man benötigt also auf dem NAS eine Samba Version die gleich oder höher 3.0.22 ist und zudem noch einige Einträge in der Configdatei des Sambaservers smb.conf. Folgende Einträge müssen demnach vorhanden sein:

oplocks = yes
level2 oplocks = yes
kernel oplocks = no
map archive = yes
map system = yes
map hidden = yes

Scheint ja erstmal nicht so kompliziert zu sein… aber wie komme ich an eine Datei auf einem Linuxsystem um diese zu bearbeiten ? Mein Kumpel Google sagt mir dazu: nicmm doch putty oder winscp. Putty kenne ich schon. Damit habe ich mal ein paar Symlinks auf meinem NAS gesetzt. Ist nur eine Konsole und man muss die Befehle kennen. Kenn ich aber nicht (Datei kopieren, editieren… kein Plan). Also sehe ich mir winscp an. Hat eine Gui und ist echt easy zu bedienen:

Bei Hostname einfach die IP des NAS, oder seinen Namen wie er in der Netzwerkumgebung auftaucht eingeben. Name und Passwort und schon geht es los.

Aus der Windows-Welt kommend fühlt man sich hier gleich heimischer und merkt eigentlich gar nicht das man sich hier mit Linux anlegt. Die zu prüfende Datei smb.conf liegt unter /etc/config. Sollte das bei anderen NAS anders sein, kann man unter Command, find Files auch danach suchen. Wie Windows halt :-). Zuerst die Datei markieren und über Files, Copy eine Sicherung auf den Rechner schieben. Diese aufbewahren, falls etwas schief läuft. Noch besser eine komplette Datensicherung des NAS vorher machen, aber das habt ihr ja ohnehin…

Über Files, Edit wird die smb.conf nun direkt in einen Editor geladen. Erstmal suche ich die Einträge, die vorhanden sein müssen. Dabei stellt sich folgendes heraus:

oplocks = yes....................10 mal vorhanden
level2 oplocks = yes.............nicht vorhanden
kernel oplocks = no..............
nicht vorhanden
map archive = yes................1 mal vorhanden
map system = yes.................1 mal vorhanden
map hidden = yes.................1 mal vorhanden

oplocks = yes scheint für jeden Ordner des NAS vorhanden zu sein. Nach einigen herumprobieren weiß ich jetzt wo ich die fehlenden 2 Einträge ergänzen muss. Unter dem Punkt [global]. Das sieht in meiner smb.conf dann so aus:

Ich fühle mich wie ein Linux-Jünger und mache einen Serverneustart und starte die Synchronisierung.. Und wer denkt, jetzt ist endlich alles gut, der irrt. Es treten wieder Fehler auf und die Synchronisation bricht ab. „Unerwarteter Netzwerkfehler“ ist jetzt die Ausrede, um mich weiter zu beschäftigen. Mein Kumpel Google ist aber noch wach und verrät mir nach einiger Zeit auf einer Microsoft Support Seite, das es an Panda Antivirus liegen könnte. Hab ich aber nicht. Also deaktiviere ich mal meinen Virenscanner Avast, und siehe da es funktioniert alles ohne Fehler. Also teste ich das ganze mit einem anderen Virenscanner. Die Microsoft Security Essentials sollen zwar etwas lahmer sein als z.B. Avast, aber was solls. Avast runter, MS Virenscanner rauf, neue Synchronisation (vorher alle Offlinedateien gelöscht)… funktioniert auch nicht. Synchronisation bricht ab. MS Virenscanner deaktiviert und es geht wieder. Ich hoffe das diese Probleme nur bei der Erstsynchronisation mit vielen Dateien auftreten. Beim Versuch mit kleineren Änderungen funktionierte die Synchronisation auch mit aktiviertem Virenscanner. Wichtig ist also zu wissen, bei Fehlern einfach mal versuchen ohne Virenscanner einen Sync durchzuführen.

Alles in allem viel Handarbeit.

Weiterführende Links:
Speicherort für Offlinedateien ändern
Windows 7 – Netzlaufwerke zu Bibliotheken zufügen